Die Zersetzer der Natur
Die Recycler des Waldes▾
- 1Die Zersetzer der Natur
- 2Wie Verrottung funktioniert
- 3Der Nährstoffkreislauf
- 4Totholz ist wichtig
Die Aufräumtruppe des Waldes
Stell dir einen Wald vor, in dem nie etwas verrottet. Jedes Blatt, das je gefallen ist, würde noch immer dort liegen. Jeder Baum, der je gestorben ist, würde noch immer stehen. Schon nach wenigen Jahren wärst du unter einem Berg aus totem Material begraben.
Das passiert nie. Etwas räumt alles wieder weg. Ein großer Teil dieser Aufräumtruppe sind Pilze — die Gruppe von Lebewesen, zu der Speisepilze, Schimmelpilze und Hefen gehören.
Was „Saprotroph“ bedeutet
Wissenschaftler haben einen besonderen Namen für Lebewesen, die sich von totem Material ernähren. Man nennt sie Zersetzer. Pilze, die sich auf diese Weise ernähren, haben einen noch genaueren Namen: Saprotrophe (sprich „sap-ro-TROH-fe“).
Das Wort stammt aus dem Griechischen. Sapro- bedeutet „faul“, und -troph bedeutet „Fresser“. Ein Saprotroph ist also wörtlich ein „Faulzeug-Fresser“. Das klingt eklig, ist aber einer der wichtigsten Jobs der Erde.
Saprotrophe Pilze ernähren sich von Dingen, die einmal lebendig waren, aber gestorben sind:
abgefallene Blätter und Kiefernnadeln
tote Äste und ganze Baumstämme
altes Fallobst
tote Insekten und Tierkot
Essen ohne Mund
Jetzt kommt der seltsame Teil. Ein Pilz hat weder Mund noch Magen. Wie frisst er dann einen Baumstamm?
Ein Pilz besteht aus winzigen Fäden, den sogenannten Hyphen (sprich „HÜ-fen“). Diese Fäden breiten sich im toten Blatt oder Holz aus wie die Wurzeln einer Pflanze. Statt Nahrung zu verschlucken, verdaut der Pilz außerhalb seines Körpers. Er gibt besondere Stoffe ab, die das tote Material in winzige Stücke zerlegen, und saugt diese Stücke dann durch seine Fäden auf.
Wie das genau funktioniert, schauen wir uns in der nächsten Lektion an. Für jetzt reicht die große Idee: Pilze verwandeln hartes, totes Material in Nahrung, die sie aufnehmen können.
Warum Zersetzer wichtig sind
Zersetzer halten den ganzen Wald am Laufen. Ohne sie würden tote Pflanzen und Tiere sich für immer stapeln, und die guten Stoffe darin blieben gefangen. Pilze befreien diese Stoffe und geben sie wieder frei.
Pilze sind nicht die einzigen Zersetzer — auch Bakterien und kleine Krabbeltiere helfen mit. Aber Pilze sind die Meister darin, zähes, holziges Material abzubauen, das fast nichts anderes fressen kann.
Sicherheit zuerst: Pilze im Wald sehen vielleicht spannend aus, aber pflücke oder iss niemals einen wilden Pilz. Manche sind giftig, und nur ein ausgebildeter Experte kann erkennen, welche sicher sind. Anschauen und staunen ist immer erlaubt — nur nicht anfassen oder probieren.
Wenn du das nächste Mal einen Pilz auf einem alten Baumstamm siehst, denk daran: Du schaust einem fleißigen Recycler bei der Arbeit zu.
Beantworte alle Fragen und sieh dann, wie du abgeschnitten hast. Du kannst es so oft versuchen, wie du willst — deine Punktzahl ist nur für dich.
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Ein optionales Produktbeispiel, um Pilze mit einem Erwachsenen zu entdecken. Es wird in einem externen Shop verkauft; prüft die Anleitungen und Materialien des Anbieters. Lernen bleibt hier kostenlos.