Knöpfchen und Primordien
Vom Knopf bis zum Teller▾
- 1Knöpfchen und Primordien
- 2Wann man erntet
- 3Der zweite und dritte Schub
- 4Sicher kochen
Der Block wacht auf
Dein Austernpilz-Kit war eine Weile still. Doch im Inneren des Blocks hat sich ein riesiges Geflecht aus winzigen weißen Fäden durch Stroh oder Sägemehl ausgebreitet. Dieses Geflecht heißt Myzel — der Hauptkörper des Pilzes, mit dem er sich ernährt. Wenn der ganze Block weiß und flauschig wird, hat das Myzel genug gegessen und ist bereit für seine nächste Aufgabe: Pilze wachsen zu lassen.
Dann bemerkst du eines Tages etwas Neues. Winzige Beulen erscheinen, oft in der Nähe eines Schnitts oder Luftlochs im Beutel. Dein Kit beginnt zu fruchten.
Was ein Knöpfchen wirklich ist
Diese ersten Beulen heißen Primordien (sprich pri-MOR-dien). Ein Primordium ist ein Baby-Pilz — ein winziger Myzelknoten, der beschlossen hat, nach oben statt nur in die Breite zu wachsen. Züchter nennen diese Phase auch Pinning (Knöpfchenbildung), weil die kleinen Köpfe wie runde Stecknadelköpfe aussehen.
Aus der Nähe können die jüngsten Primordien wie winzige Wassertröpfchen, Schaumbläschen oder Couscous-Körner aussehen. Bald wächst jedes Knöpfchen einen kleinen Stiel und einen dunklen, runden Hut. Bei Austernpilzen erscheinen die Knöpfchen meist in Büscheln, sodass du vielleicht Dutzende kleiner Hüte siehst, die eng zusammengedrängt sind wie eine Traube.
Hier kommt das Erstaunliche: Diese Knöpfchen wachsen schnell. Unter guten Bedingungen können sich Austernpilz-Knöpfchen an einem einzigen Tag verdoppeln und sind nach etwa einer Woche erntereif.
Was Knöpfchen zum Wachsen brauchen
Primordien sind wählerisch. Um sich von Knöpfchen zu vollen Pilzen zu entwickeln, brauchen sie drei Dinge:
Frische Luft. Beim Wachsen atmen Pilze ein Gas namens Kohlendioxid aus. Zu viel davon führt zu langen, dünnen Stielen und winzigen Hüten. Ein Raum mit frischer Luft hilft den Hüten, breit zu werden.
Feuchtigkeit in der Luft. Knöpfchen sind zart und können austrocknen. Bei vielen Kits musst du sie ein- oder zweimal am Tag mit sauberem Wasser besprühen, damit die Luft feucht bleibt.
Ein wenig Licht. Pilze nutzen Licht nicht wie Pflanzen, um Nahrung herzustellen. Aber ein bisschen Tageslicht zeigt den Knöpfchen, wo oben ist, damit die Hüte nach außen wachsen.
Halte den Block von direkter, heißer Sonne und von Heizungsluftschlitzen fern, denn diese trocknen die Knöpfchen schnell aus.
Sei ein geduldiger Wissenschaftler
Sobald du Knöpfchen siehst, beobachte sie jeden Tag. Zieh oder stupse sie nicht an — sie sind zerbrechlich. Deine Aufgabe ist es jetzt einfach, die Luft frisch und leicht feucht zu halten und die Natur ihre Arbeit machen zu lassen. In der nächsten Lektion lernst du genau, wann diese wachsenden Hüte pflückbereit sind.
Sicherheitshinweis: Dein Kit lässt eine bekannte, sichere Pilzart wachsen. Pflücke oder iss niemals wilde Pilze, die du draußen findest, auch wenn sie genauso aussehen wie die aus deinem Kit. Nur eine ausgebildete Fachperson kann sichere Pilze von gefährlichen Doppelgängern unterscheiden, die dich sehr krank machen können.
Beantworte alle Fragen und sieh dann, wie du abgeschnitten hast. Du kannst es so oft versuchen, wie du willst — deine Punktzahl ist nur für dich.
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AnmeldenPassende Pilzzuchtsets
Diese optionalen Sets werden in unserem externen Webshop verkauft. Das Lernen hier bleibt kostenlos. Erwachsene bestellen und befolgen die Anleitung des Sets.