Das Reich der Pilze
Pilz-Entdecker▾
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- 3Von der Spore zum Pilz
- 4Pilze, die die Welt verändert haben
- 5Pilze und der Wald
Ein eigenes Reich
Wissenschaftler:innen teilen alle Lebewesen in große Gruppen ein, die Reiche genannt werden. Lange Zeit dachte man, es gäbe nur zwei: Pflanzen und Tiere. Pilze wurden zu den Pflanzen gezählt, weil sie scheinbar aus dem Boden wachsen und sich nicht bewegen.
Aber Pilze sind überhaupt keine Pflanzen. Heute geben Wissenschaftler:innen den Pilzen ein eigenes Reich: Fungi. Es steht zwischen Pflanzen und Tieren – und in mancher Hinsicht sind Pilze uns Tieren sogar näher als den Pflanzen.
Warum Pilze keine Pflanzen sind
Pflanzen sind Produzenten. Sie stellen ihre eigene Nahrung aus Sonnenlicht her, mithilfe eines grünen Farbstoffs namens Chlorophyll, in einem Vorgang, den man Fotosynthese nennt. Pilze haben kein Chlorophyll und können keine Fotosynthese betreiben. Sie können ihre Nahrung nicht selbst herstellen.
Stattdessen sind Pilze Zersetzer und Nährstoffaufnehmer. Sie geben besondere Säfte namens Enzyme auf ihre Nahrung ab. Die Enzyme zerlegen die Nahrung in winzige Teile, und der Pilz nimmt diese Teile auf. Das nennt man externe Verdauung – draußen verdauen und dann aufsaugen.
Ein überraschender Baustein
Hier ist ein weiterer Hinweis, dass Pilze keine Pflanzen sind. Die Zellwände von Pflanzen bestehen aus einem Material namens Cellulose. Die Zellwände von Pilzen bestehen aus Chitin (sprich: KI-tin).
Chitin ist dasselbe robuste Material, aus dem die Panzer von Käfern, Krabben und anderen Insekten bestehen. Die Wand einer Pilzzelle ähnelt also eher einem Käferpanzer als einem Grashalm. Das ist ein Grund, warum Wissenschaftler:innen sagen, dass Pilze den Tieren näherstehen als den Pflanzen.
Was also ist ein Pilz?
Sammeln wir die Beweise:
Kein Chlorophyll – er kann keine Nahrung aus Sonnenlicht herstellen.
Nimmt Nahrung auf mithilfe von Enzymen, ähnlich wie Tiere Nahrung verdauen (nur außerhalb des Körpers).
Zellwände aus Chitin, wie Insektenpanzer, nicht aus Cellulose wie Pflanzen.
Wächst als Geflecht aus feinen Fäden namens Hyphen, die zusammen das Myzel bilden.
Zu den Pilzen zählen Speisepilze, Schimmelpilze, Mehltau und Hefen. Manche sind mikroskopisch klein. Manche, wie der Hallimasch, gehören zu den größten Lebewesen der Erde.
Sicherheit zuerst: Auch wenn man die Wissenschaft kennt, sind wilde Pilze deshalb nicht sicher zu essen. Viele sind giftig und sehen essbaren Pilzen zum Verwechseln ähnlich. Sammle und iss nie wilde Pilze ohne eine erwachsene Fachperson. Unsere Zuchtsets verwenden bekannte, ungiftige Speisepilzarten.
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